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5 Worte gezogen bei einer kunstterapeutischen Übung, daraus sollte ein Gedicht geformt werden:

Nie, Hast, offen, kommen, spüren:


Nie: Hast!

Sei offen

komm und spür

und spür und lass es kommen!

Die Tür ist offen!

Wie spüren sich offene Türen an?

Als ob die Räume immer schon

ineinander verbunden wären

ohne Grenzen,

wenn keine Hast mehr ist -

nur Kommen und Spüren

und Wahrnehmen und Freude

weil die Räume immer schon

ineinander waren.


Die Welle

  Spielerisch überspringt zuerst eine Riesenwelle den Felsen, 
um dann mit voller Wucht auf ihn einzubrechen.

Er will sich ducken.

Er bleibt hart, 
das Wasser 

unerbittlich

in seiner Weichheit.

  Unter diesem Eindruck wird der Stein lebendig. 
Weiße Gischt auf, über und um den schwarzen Stein.
In ihren vielen tausend Tropfen so viel Licht, dass der Felsen nun mehr leuchtet als die Wellen selbst, die sich ihm unermüdlich geben.

  Was - glaubst du - wird von diesem Felsen in ein paar tausend Jahren übrig bleiben----? Und was von uns Menschen?
- ob wir nun den Wellenbewegungen ausweichen oder nicht, ob wir uns gegen die Welle wenden oder mit ihr schwimmen oder mit ihr wie kleine Fischlein fliegen......

.....Wir sind immer Welle,
wir sind immer Licht!

 

An den Kettenhund in mir

 
  Diesmal konntest du mich nicht erschrecken.
Beim Rasseln deiner Kette, deinem wütenden Geheule
ist keine Angst da, nur Mitgefühl für dein Leben.

  Ich hoffe, dass es dich erreicht in einem Winkel deiner Seele.
Denn :
auf dich zuzugehen wage ich noch nicht –
aus Angst, die Liebe könnte deine Ketten sprengen,
aus Angst vor dem, was passieren könnte,
wenn Liebe alle Ketten sprengt -

 Wenn da nur Nacktheit wäre und nichts sonst.
Wenn da nur Liebe wäre und nichts sonst.


Der Ruf(Hören)

 Es wird wieder Nacht in der Höhle in der Aradena Schlucht.
Meine Augen sehen nicht mehr, was ich schreibe, 
mein Verstand weiß nicht mehr, was er denkt.

Die Klänge des Tages treten zurück; die Glocken der Schafe und Ziegen werden wieder leise, verlieren sich im Dunkel der einbrechenden Nacht.

Es beginnt die Zeit der Unken und ihrem mystischen Lied.

Die Klänge der Nacht übernehmen die Klänge des Tages.

 
  Ober – Zwischen- Untertöne:

Flügelschlag der Fledermaus
Froschgeplapper, Kaulquappengelabber
Ziegengemecker, Meckigezeter
Der Bock sitzt wiederkäuend, schmatzend auf dem Felsen.

 
Ein Stein kollert in die Tiefe, reißt andere mit sich.

Dann:

 Stille.

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Die Stille nach einem wundervollen Konzert.
Stille der Erfüllung.
Stille und Fülle.

 
Tag und Nacht, Licht und Dunkel, Nähe und Ferne haben sich verwoben, sind nun eins.
Aus den Abhängen der Schlucht und der Nacht leuchten Klänge nach wie aufblitzende Sterne.


Deine Ohren werden feiner, dein Herz weiter.

Du lauscht in diese Stille hinein zum Ursprung der Klänge.

 Er zieht dich zu sich,
er zieht dich in sich.

 In dieser namenlosen Stille hörst du das Wimmern des Menschenkindes.
Der Vollmond wiegt es zärtlich und hüllt sein Weinen in ein warmes Licht.

 Du bleibst dran, hörst tiefer und aus der Stille heraus entfaltet sich ein Ruf  – es ist der Ruf nach dem Sohn!

 Blende//:

Der Morgen bricht an und bevor noch die Sonne aufgeht, beginnt die Symphonie zum Tag aufs Neue zu spielen.
Unken stimmen wieder an, der vieltausendköpfige Chor der Vögel und der Bienen erhebt seine eine Stimme.

Startenor ist der Bock.

 Deine eigenen Stimmbänder weiten sich,
du beginnst selbst zu singen,
du bewegst dich,
du kommst in Bewegung,

 Alles! -
alles von dir kommt in Bewegung
und jede deiner fließenden, leichten Bewegungen ist Tanz, ist Musik.